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besser biken

Wenn der Kopf im Weg steht!

Kennst du diesen Moment, wenn ein Sportkollege ein haarsträubendes Fahrmanöver meistert und nur Folgendes dazu sagt: „ganz einfach, reine Kopfsache!“.

Reine Kopfsache? Was hat das Denken mit dem Erfolg beim Biken zu tun? Sehr viel. Denn psychische Zustände, Emotionen und Gedanken spiegeln sich in der Körperhaltung wieder. Eine aufgespannte Körperhaltung (gerade stehend, Kopf aufgerichtet, Brust raus, tiefe ruhige Atmung etc.) bewirkt beim Biken mehr Selbstvertrauen. Der Kopf erhält Signale über die Leistungsbereitschaft des Körpers. Mit dem gezielten Einsatz unserer Skelettmuskulatur können wir unsere Emotionen beeinflussen, d.h. eine aufgespannte Körperhaltung reduziert Angst.

Probier es aus. Fahr deinen Lieblingstrail bergab nach folgendem Vorschlag:
Bevor du abfährst, stell dich aufrecht hin (ohne Rucksack auf dem Rücken) und atme einige Male tief durch – wie ein Stier vor dem Angriff. Heb das Brustbein an und senk die Schultern. Mach dich groß, steh da wie eine Eiche, welche nicht umgeworfen werden kann. Verlagere den Schwerpunkt auf deine Füße. Genieße diese Haltung für 1 bis 2 Minuten. Womöglich fühlst du langsam, wie sich deine Muskeln auf die Abfahrt freuen. Wenn gute Gedanken deinen Kopf erreichen, ist es Zeit aufs Bike zu steigen, breit zu grinsen, die Augen weit zu öffnen und ab geht die Post.

Erfahre den Unterschied und berichte, wie sich diese Körperhaltung beim Fahren auswirkt.

Noch einige Tipps zum Mental-Training:

1) Visualisieren: von guten Fahrern abgucken, gute Bikevideos anschauen (keine Crashvideos), Slowmotion beobachten. Schau genau was der Fahrer macht: wo schaut er hin, was genau macht er mit seinem Körper, zerpflücke die Bewegungen. Jetzt stellt dir vor, du fährst. Wie fühlt sich das im Körper an? Übersetze die Bewegung. Wenn du die grundlegende Fahrtechnik beherrschst, probiere es im Trail aus (evtl. mit Stützhilfe vom Kollegen) – denke dabei an eine ausreichende Schutzausrüstung. Wenn eine Übung gut klappt, überlege, was du richtig machst. Das hilft, die Bewegung zu reproduzieren. Häng dich nicht an dem auf, was nicht funktioniert. Solltest du nachts davon träumen, wie du tollkühn durch den Wald fährst, ist das reine Synapsenbildung und sau gesund 

2) Realistische Ziele setzen und Erfolge planen:
Das Ziel, in der DH-Liga mitzuspielen und nur 1 bis 2 mal die Woche zu biken, ist sicher schwer zu erreichen. Mach dir klar, wieviel Zeit du in der Woche hast, um Fahrtechnik zu üben. Komplexe Bewegungsabläufe zubeherrschen, erfordert ca. 3 bis 4 mal 30 Minuten Übung pro Woche. Und das mindestens 5 bis 12 Wochen am Stück. Biken ist eine hochkomplexe Sache. Gute Biker biken seit mindestens 10 Jahren und es gibt keine Naturtalente! Ähnlich wie Konditions-Training – mach dir einen Trainingsplan. Vom Leichten zum Schweren, vom Simplen zum Komplexen. Es soll Spaß machen. Fahrtechniktraining nie nach einer langen anstrengenden Tour oder nach einem anstrengenden Arbeitstag oder einer Krankheitsphase einbauen. Die Koordination, Muskelleistung und Konzentration ist dann nicht optimal und die Fortschritte gering. Übe spielerisch, solange du Lust dazu hast und geh freundlich mit dir um.

3) Fahrtechnikschulungen

Fahrtechnikschulungen sind essentiell, denn nirgendwo lernst du so schnell, wie in einer Gruppe von Gleichgesinnten. Bleib neugierig und stell Fragen. Man kann alles lernen im Leben und es ist keine Frage des Alters, sondern des Feuers in einem selbst.

Ride on!
Zena